Neddermeyerstein alt


N 52° 10' 05,75"   /   O 9° 39' 44,10"

Inschrift:

Zum Andenken
An
Ch. Neddermeÿer
Frau Dorette
Neddermeÿer
geb. Beckmann
und
H. Neddermeÿer

Die der Liebe Gott
am 17.ten August
1877.
unser drei gelibten
durch seinen Blitz
zu sich genommen hat

Er wog Ihnen dar
was er Ihnen geben
hatte schrieb auf sein
Buch wie lang Sie
leben sollen als Sie
noch
Unbereitet waren


Größe des Steins:

H 60 x B 35 cm

Über den Stein:

Auf dem Friedhof in Eldagsen steht ein dreieckiger Deister-Sandstein zum Gedenken an die Familie Neddermeyer.

Der 27jährige Eldagser Ackerbürger Christian Neddermeyer, sein Bruder Heinrich und seine 25 Jahre alte Frau Dorette wurden bei der Feldarbeit am 17.08.1877 von einem Gewitter überrascht. Sie nutzten die unfreiwillige Pause zum Essen und wurden vom Blitz erschlagen. Die Trauerfeier fand drei Tage später unter großer Anteilnahme in der Eldagser Kirche statt.

Die Inschrift auf einer der Seiten ist eine Abwandlung der 9. Strophe des Kirchenlieds "Gott ist mein Lied" von Christian Fürchtegott Gellert. Diese wiederum bezieht sich auf Psalm 139, Vers 16.

Der Gedenkstein stand ursprünglich in Eldagsen im Hüperfeld an der Unglücksstelle. Weil er den großen Landmaschinen im Weg war, wurde er an den Wegrand versetzt und lag schließlich in den 1980er Jahren sogar im Graben. Er wurde von Landwirt Hische geborgen und zur Grabstelle der Neddermeyers auf den Eldagser Friedhof gebracht. Er war stark verwittert und wurde 1994 im Auftrag des Heimatbundes Eldagsen von Steinmetz Dziubek gereinigt, restauriert und imprägniert. Im Februar 1995 wurde der Gedenkstein an das Museum auf dem Burghof übergeben. Dort stand er fast 30 Jahre lang vor dem Museum bis zum Beginn des Rathaus-Neubaus. Der Stein wurde im Herbst 2024 zurück nach Eldagsen geholt und erneut von Steinmetz Dziubek zwischengelagert und gereinigt. Am 17.08.2026, genau 149 Jahre nach dem Unglück, hat der Gedenkstein auf dem Friedhof in Eldagsen im Rahmen einer kleinen Feierstunde des Bürgervereins hoffentlich seinen endgültigen Platz gefunden.

In der Eldagser Feldmark steht eine Nachbildung des Steins mit ähnlichem Text.


Quellen:
www.Kreuzstein.eu
Museum Springe
Evangeliums.net, Christliche Liederdatenbank
Archiv NDZ


Danke an Heiko für die Hilfe beim Entziffern der Inschrift.